Transcript: OPS2026 | Bernd Zipper, zipcon | "Mastering Creator and AI Commerce: Redefining Online Print 2026"
Ich muss auch gestehen: Wir haben dieses Jahr überlegt – wir haben ja schon viele Keynote-Speaker gehabt –, wir haben dieses Jahr den Robert genommen, ganz bewusst, das habe ich vorhin schon eingangs gesagt, um so ein bisschen auch den Blick zu öffnen, auch in andere Branchen, was da passiert und was kommt. Ich glaube, das war sehr eindrucksvoll. Und wir haben aber auch überlegt, ob wir nicht dich als Keynote dieses Jahr nehmen. Wir haben uns dann aber dagegen entschieden und gesagt, die Reihenfolge ist eigentlich viel, viel besser: zu sagen, wir schauen erstmal so in die Weite und jetzt kommst du eigentlich mit ein paar Facts noch, die man noch mal erklären muss. Du steigst praktisch noch mal ein bisschen tiefer ein auf das Thema Onlineprint, auf unsere Branche. Und ich würde sagen: Leg einfach los.
– Das mach ich glatt.
– Ich gieße dir mal Wasser ein.
– Genau, das wäre nett, ja, ne? Wasser kann nicht schaden.
– Alles, was ich für dich tun kann.
Ja, noch mal schönen guten Morgen. Für mich ist das Online Print Symposium, ist der Online Print Summit, immer ein ganz besonderer Moment, weil ich freue mich enorm, euch zu sehen. Klar gibt’s die einen oder anderen, mit denen hat man vielleicht auch mal eine Diskussion, ob man was cool findet oder nicht cool findet. Aber es gibt nur wenige Momente in meinem Leben, wo ich sage: „Hey, da bin ich zu Hause.“ Also auch wenn ich jetzt vielleicht auf einer Bühne stehe und das sehr ungewohnt ist für mich, trotzdem ist es so: Jedes Mal, wenn ich so an die Onlineprint-Community denke, an euch denke, denke ich an so etwas wie ein schlagendes Herz.
Ihr wisst, das Thema Drucken ist für mich ein Thema, wo ich sage: Ja, das hat mich schon gepackt so mit 10, 12, 13 Jahren. Wer dann noch kein Bier mit mir erlebt hat, dem möchte ich das hier noch mal gerne anbieten an dieser Stelle, wo ich das alles gerne noch mal rekapituliere – nur jetzt nicht. [Lachen]
Nichtsdestotrotz: Für mich seid ihr das schlagende Herz der Druckindustrie – jetzt gar nicht mal reduziert auf Deutschland oder Europa, sondern weltweit. Wenn wir mal ehrlich sind: Die Entwicklung, die wir in den letzten 20, 25 Jahren hingelegt haben als Druckindustrie, hätte es ohne den Onlineprint gar nicht geben können. Ohne Entrepreneure, die das Thema Bild noch mal neu auf den Kopf gestellt haben, also in dem Fall Philipp zum Beispiel, oder Anbieter wie Flyeralarm, wie „wir-machen-druck“, wie Vistaprint, wie all diese Unternehmen, auch die kleineren und größeren Unternehmen, die dabei sind.
Für mich spielt die Größe gar keine Rolle. Das ist so faszinierend, wie viel Entwicklung diese Industrie gemacht hat, dadurch, dass wir gesagt haben: Wir müssen uns optimieren, wir müssen besser sein, wir müssen besser anbieten, wir müssen mehr spüren, was wir dem Kunden antun können, was wir ihm geben können. Deswegen seid ihr für mich das Herz dieser Industrie. Und ich behaupte: Ohne den Onlineprint wäre die Druckindustrie heute nicht da, wo sie ist – nämlich an einem Punkt, an einem Scheideweg. Ja, es ist auch schwierig, da komme ich gleich noch zu. Aber an einem Punkt, wo es eine neue Dimension der Druckindustrie geben wird. Und das hat diese Industrie nicht irgendwelchen „Zippers“ oder sonst wem zu verdanken, sondern euch und eurem Engagement.
Und eigentlich könnt ihr euch als Herz dieser Industrie auch mal jetzt selber beglückwünschen und euch selber applaudieren, finde ich. Könnt ihr jetzt. [Applaus]
Wir haben in den letzten 14 Jahren – so lange gibt’s das Online Print Symposium, jetzt Online Print Summit – relativ viel bewegt hier. Wir haben auch viel gesehen. Wenn man das mal zurückrechnet noch mit dem Web2Print-Event, wer das noch kennt, auch mit dem BVDM damals gemeinsam veranstaltet, und wenn wir dann noch das Jahr davor, also 2001, wo wir das vorbereitet haben, dazu zählen, dann sind das jetzt fast – ja, es sind 22 Jahre, fast schon 23 Jahre –, in denen wir uns mit diesem Thema auseinandersetzen, in denen sich dieser Markt bewegt.
Das haben wir gesehen: Wir haben unfassbare Wachstumsraten gesehen. Manchmal musste man sich die Augen reiben, was da passiert. Wir haben manchmal nicht verstanden: Was geht da? Wir haben auch manchmal nicht verstanden, warum die jetzt kaufen und nicht vor zwei Monaten, wo wir den Umsatz gebraucht hätten. Es sind so viele Sachen passiert, es sind so viele Elemente da gewesen, wo eigentlich die, die nur online unterwegs sind, uns oft gesagt haben: „Ja, Print ist eigentlich tot.“
Und wir haben aber in den letzten Jahren bewiesen: Es ist nicht so. Im Gegenteil: Print hat immer mehr an Wert gewonnen, und Print wird auch noch eine wichtige Säule im Kanon der Druckindustrie, der Kommunikationsindustrie bleiben. Das wird auch immer noch wichtiger. Ich komme da auch gleich noch zu, warum.
Und dann haben wir nach Corona so einen richtigen Boom gehabt. Erinnert euch: Da ging es richtig zur Sache. Und irgendwie wurde es letztes Jahr so ein bisschen ruhiger. So richtig erklären konnte das keiner